Das therapeutische Potenzial von Cannabis, Cannabidiol (CDB) und Cannabinoiden

Das körpereigene (endogene) Cannabinoid-Rezeptorsystem wurde vor etwa 20 Jahren entdeckt. Seither werden Medikamente auf Cannabisbasis intensiv erforscht, 2011 wurde in Deutschland zum ersten Mal ein Cannabsiextrakt arzneimittelrechtlich zugelassen.

In den vergangenen Jahren wurden die Erkenntnisse zum therapeutischen Potenzial von Cannabis-Produkten durch eine große Anzahl von Studien erheblich verbessert. Bereits im Jahr 2008 erklärten Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft anlässlich einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags: „Der Nutzen einer Therapie mit Cannabinoiden ist für einige medizinische Indikationen durch kontrollierte Studien dargestellt worden, in denen überwiegend standardisierte und/oder synthetische Cannabinoidpräparate verwendet wurden. Der Einsatz dieser Präparate kann demnach bei Patienten, die unter einer konventionellen Behandlung keine ausreichende Linderung von Symptomen wie Spastik, Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Appetitmangel haben, sinnvoll sein“.

Geschichte vom therapeutischen Einsatz von Cannabinoiden (CBD)

Medikamente auf Cannabisbasis werden seit Jahrhunderten in vielen Kulturen zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. In Europa wurden sie Ende des 19. Jahrhunderts zur Behandlung von Schmerzen, Spasmen, Asthma, Schlafstörungen, Depression und Appetitlosigkeit verwendet. Sie verloren im Folgenden allerdings fast vollständig an Bedeutung, insbesondere, weil die Inhaltsstoffe der Cannabispflanze lange nicht ermittelt werden konnten. Dies gelang erst im Jahr 1964 und damit entwickelte sich eine zunehmend intensive Forschung, die letztendlich zur Entdeckung des körpereigenen Cannabinoidsystems (Endocannabinoidsystem) führte und damit auch zur klinischen Bedeutung von Medikamenten auf Cannabisbasis.

Das körpereigene Cannabinoidsystem

Cannabinoidrezeptoren gibt es im Menschlichen Körper an verschiedensten Stellen: im Zentralen Nervensystem (ZNS) aber auch in vielen Organen und Geweben, wie etwa in Immunzellen, Milz, Nebennieren, Bauchspeicheldrüse, Haut, Herz, Blutgefäßen, Lunge und Teilen des Magen-Darm-Traktes.

Insgesamt wurden bisher zwei unterschiedlichen Cannabinoidrezeptoren im menschlichen Nervensystem entdeckt: der CB1-Rezeptor und der CB2-Rezeptor. Diese werden über Cannabinoide aktiviert und führen in Folge zur Erzeugung bestimmter Botenstoffe. Diese Botenstoffe wirken sich dann z.B. auf den Schlaf, Schmerzen, Appetit oder das allgemeine Wohlbefinden aus. Dabei führt übrigens ausschließlich die Aktivierung des CB1-Rezeptors zu psychischen Effekten.

1992 wurden dann die körpereigenen Cannabinoide sowie das komplexe körpereigene Cannabinoid-Rezeptorsystem entdeckt. Körpereigen bezeichnet man in der Medizin als endogen, daher diese Cannabinoide als Endocannabinoide bezeichnet. Seither gilt es auch als erwiesen, dass Cannabinoide zahlreiche physiologische Wirkungen auf den Körper besitzen, also zur Regelung und Steuerung körpereigener Prozesse. Die Aktivierung des CB1-Rezeptors bewirkt bspw. eine retrograde Hemmung der nervlichen Freisetzung von Acetylcholin, Dopamin, GABA, Histamin, Serotonin, Glutamat, Cholezystokinin, D-Aspartat, Glyzin und Noradrenalin mit sehr komplexen Interaktionen und Wirkungen.

Endocannabinoide

Diese Cannabinoide werden vom Körper nach Bedarf selbst produziert. Hierbei kann es natürlich zu Störungen kommen, die dann die unterschiedlichsten Auswirkungen haben.

Anandamid (AEA)

„Ananda“ bedeutet in der Sprache Sanskrit „Glückseligkeit“. Es war das erste von Forschern entdeckte Cannabinoid und spielt bei der Regulierung von Stimmung (Belohnungssystem), Schmerzen, Appetit und Schlaf eine große Rolle. So wurde es etwa in Schokolade gefunden und soll für den den besonderen Genuss beim Verzehr verantwortlich sein.

2-Arachidonylglycerol (2-AG)

Auch dieses Endocannabinoid stimuliert beide Rezeptoren und wirkt im zentralen und peripheren Nervensystem. Es spielt eine wichtige Rolle bei Körperprozessen wie dem Immunsystem, Entzündungen, der Regulierung von Appetit, Schmerzsteuerung und kommt in Lunge, Leber, Milz und Nieren vor. Auch scheint es eine wichtige Rolle im Kreislauf zu spielen und beeinflusst direkt oder indirekt die Blutgefäße und das Herz. Selbst in Muttermilch wurde 2-AG in überraschend hoher Konzentration gefunden. Möglicherweise stimuliert dies die Saugreaktion des Säuglings, denn je mehr Milch von der Brust abgegeben wird, desto mehr 2-AG befindet sich in der Muttermilch.

Exogene Cannabinoide

Als exogen werden in der Medizin Substanzen bezeichnet, die dem Körper von außen zugeführt werden, dies sind zum Beispiel die Cannabinoide THC  oder CBD. Sie wirken stärker auf das menschliche Cannabinoidsystem als die Endocannabinoide.

Tetrahydrocannabinol THC

THC ist der Wirkstoff, der für die psychischen Reaktionen als Rauschmittel (Marihuana , Haschisch) verantwortlich ist. Er dockt an beide Rezeptoren an und entfaltet zudem auch noch weitere, den anderen Cannabinoiden ähnliche Effekte. Für bestimmte Krankheiten gibt es in Deutschland medizinisches Cannabis, das vom Arzt verschrieben werden kann. Durch das Betäubungsmittelgesetz ist der freie Verkauf untersagt. Allerdings werden in Deutschland Strafverfahren, wegen des Erwerbs von geringen Mengen, die für den offenkundigen Eigenbedarf sind, in der Regel auf Grund eines 1994 gefällten Urteils des Bundesverfassungsgerichts von der Staatsanwaltschaft eingestellt.3

Cannabidiol CBD

Hauptsätzlich funktioniert CBD als Hemmstoff, der den Abbau von Anandamid (AEA) vermindert. Es hat im Gegesatz zu TBC keine psychoaktive Wirkung und kann ebenfalls bei zahlreichen Erkrankungen eingesetzt werden.

Eine „off-label“-Behandlung erfolgt laut Deutschen Ärzteblatt derzeit am häufigsten bei Appetitlosigkeit, Übelkeit und neuropathischen Schmerzen.1

In der Wikipedia ist des Weiteren folgendes zu lesen: „CBD könnte wegen seiner immunsupprimierenden Wirkung ein Kandidat für die Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sein. Eine Verwendung bei affektiven Störungen wird untersucht. Zu neuroprotektiven Wirkungen des Cannabidiols, sei es durch seine antioxidativen Eigenschaften, Wirkungen an den CB2-Rezeptoren oder an Adenosinrezeptoren, werden Forschungsarbeiten durchgeführt.“2

Zwischen THC und CBD gibt es auch Wechselwirkungen.

Therapeutisches Potenzial

International gibt es bisher allerdings nur relativ wenig zugelassene Medikamente. In Deutschland ist eine 1:1 Mischung aus THC und CBD unter dem Freinamen Nabiximols (Sativex) für die Behandlung der mittelschweren bis schweren, therapieresistenten Spastik bei Multipler Sklerose (MS) arzneimittelrechtlich zugelassen. In den USA ist seit 1985 Dronabinol zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen aufgrund einer Zytostatiktherapie und seit 1992 bei Appetitlosigkeit um Rahmen einer Kachexie bei HIV/Aids zugelassen. In Großbritannien ist Nabilon ebenfalls zur Behandlung von Nebenwirkungen einer Chemotherapie arzneimittelrechtlich zugelassen.

So schreibt das Deutsche Ärzteblatt: „Neben diesen als gesichert geltenden Indikationen gilt – trotz weltweit fehlender Zulassung – wegen der positiven Ergebnisse zahlreicher kleiner kontrollierter Studien auch die analgetische Wirkung von Cannabinoidrezeptor-Agonisten – insbesondere bei neuropathischen Schmerzen – als gut belegt.“1

Nebenwirkungen von Cannabinoiden

Zu den Nebenwirkungen von Cannabinoiden schreibt das Deutsche Ärzteblatt, dass akut besonders Müdigkeit, Schwindel, kardiovaskuläre und psychische Effekte auftreten können – gegen die aber innerhalb von Tagen und Wochen vom Körper eine Toleranz entwickelt. Durch abruptes Absetzen können nur bei starkem und langem Konsum dem Tabakentzug ähnliche Symptome auftreten – in der medizinischen Anwendung stellt dies hingegen nur ausnahmsweise ein Problem dar.1

Schlussfolgerung

Es gilt heute als erwiesen, dass Cannabinode bei verschiedenen Erkrankungen einen therapeutischen Nutzen besitzen.1

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